Stolperstein 28 Rosa Steinberg Jg. 1881

Jacob und Rosa Steinberg, geb. Stern,

lebten in Obernkirchen in dem Haus  der Familie Benno Stern, nämlich in der heutigen Neumarktstraße  Nr. 23.  Benno Stern und Rosa Steinberg waren Geschwister.

Rosa Steinberg  ist  1881 in Obernkirchen geboren und  lebte hier  bis zu ihrer mysteriösen  Abholung durch die Gestapo  Ende Februar 1942.  Ihr  Ehemann, Jakob Steinberg, Jg. 1872 wurde in Tucheln (Polen) geboren.

Das Leben  der beiden Familien  Steinberg und Stern verlief nach 1933  ähnlich. Beide hatten unter dem ständig zunehmenden Naziterror zu leiden, u. a.

  • die ständigen Demütigungen und Schikanen;
  • beide Männer wurden am Morgen nach der Pogromnacht verhaftet und am nächsten Tag ins KZ Buchenwald verschleppt;
  • beide Familien planten gemeinsam  Flucht nach Bolivien, die aber  „platzte“;
  • beide wurden nach dem  Zwangsverkauf des gemeinsam bewohnten Hauses an den SS-Mann  Schulze-Noelle auf dessen Drängen  ins „Judenhaus“ umquartiert.

Jacob verstarb dort  im Februar 1942.  Er war dem ständigen Nazi-Terror und der drohenden Deportation vor Augen physisch und psychisch nicht länger gewachsen.

Da der jüdische Friedhof in Obernkirchen  Mitte 1939  willkürlich geschlossen worden war, musste Jakob – wie bereits  zwei Mitbewohner des „Judenhauses  vor ihm und zwei weitere nach ihm – auf dem jüdischen Friedhof in Rinteln beigesetzt werden.  Der Bitte von Leopold Lion, dem langjährigen Vorsteher  der Synagogengemeinde Obernkirchen,  an Landrat Funke in Rinteln,  für die Beisetzung der im „Judenhaus“  Versterbenden  eine Ausnahme vom grundsätzlichen Beisetzungsverbot zuzulassen, wurde nicht entsprochen.

Rosa Steinberg wurde nur eine Woche nach dem Tode ihres Mannes aufgefordert, sich zur „Abholung“ bereit zu halten. Damit nicht genug, auch ihre Nichte, die 13 jährige Hannelore Stern, hatte sich bereit zu halten.  Ihre Eltern, Benno und Lucie Stern, mussten tatenlos zusehen, wie an einem Freitagabend, dem 27. 2. 1942  zu Beginn des Sabbats, plötzlich ein Auto der Gestapo vorfuhr und ihre Tochter  sowie die Schwester bzw. Schwägerin abholten.

Der Grund des Abholens wurde nicht genannt.  Beide wurden zunächst  nach Hildesheim     gekarrt  und dort in „Judenhaus“ untergebracht. Von dort aus ging es für Rosa Steinberg  in die zentrale Sammelstelle im heutigen Hannover-Ahlem, von wo aus die Juden aus dem Zuständigkeitsbereich der Gestapo-Hauptstelle Hannover (entsprach den Reg.-Bezirken  Hannover und Hildesheim) deportiert wurden.

Rosa Steinberg wurde am 31. 3. 1942 in  einem Sammeltransport von insgesamt über 1.000 Menschen jüdischen Glaubens, davon knapp 500 aus dem Sammellager Hannover-Ahlem, in das Zwangsarbeitslager Trawniki bei Lublin deportiert. Dort verlieren sich ihre Spuren.

Trawniki war aber auch für viele nicht oder nicht mehr arbeitsfähige Juden nur Zwischenstation in die Vernichtungslager Belzec, Majdanek, Sobibor oder in das Warschauer Ghetto. Wahrscheinlich wurde  die 60jährige Rosa Steinberg  ins Warschauer Ghetto verschleppt. Dafür spricht, dass die  Deportationsliste als Zielorte „Trawniki/Warschau“ nannte.

Zur Erinnerung an  Rosa und Jacob Steinberg wurden am 1. 10. 2016 je ein Stolperstein verlegt – zusammen mit denen für die Familie Stern. Wilma Kolbe stellte  die Eheleute und ihre Schicksale  am Verlegungsort vor.

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24-28 Stolpersteine für Bendix, Lucie und Hannelore Stern, sowie Jakob und Rosa Steinberg

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24-28 Stolpersteine für Bendix, Lucie und Hannelore Stern, sowie Jakob und Rosa Steinberg 52.272077, 9.130824 Neumarktstraße 23, Gedenken an Familie Bendix Stern, Bendix & Lucie Stern, Hannelore sowie Gedenken an das Ehepaar Jakob und Rosa Steinberg http://www.stolpersteine-obernkirchen.de/stolperstein-24-bendix-stern-jg-1883/ http://www.stolpersteine-obernkirchen.de/stolperstein-25-lucie-stern-jg-1901/ http://www.stolpersteine-obernkirchen.de/stolperstein-26-hannelore-stern-jg-1929/ http://www.stolpersteine-obernkirchen.de/stolperstein-27-jakob-steinberg-jg-1872/ http://www.stolpersteine-obernkirchen.de/stolperstein-28-rosa-steinberg-jg-1881/
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